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Love | Film 2015 -- HEAD

LOVE (2015)  
  ☆☆
AKA: Love 3D
AKA: Любовь (Russland)
Erotikdrama
(Frankreich/Belgien)
Laufzeit: 02 Stunden 15 Minuten
Premiere: 20. Mai 2015 (Cannes)
Kinostart: 26. November 2015
DVD-VÖ: 29. Januar 2016
FSK 18

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CAST VON LOVE

Karl Glusman (Murphy)
Aomi Muyock (Electra)
Klara Kristin (Omi)
Ugo Fox (Gaspar)
Juan Saavedra (Julio)
Aaron Pages (Noé)
Isabelle Nicou (Nora)
Benoît Debie (Yuyo)
Vincent Maraval (Castel)
Déborah Révy (Paula)
Xamira Zuloaga (Lucile)

Regie/Drehbuch: Gaspar Julio Noé Murphy
Kamera: Benoît Debie

 
 
HANDLUNG
VON LOVE
Zügellos ist sie, Murphys stürmische Liebe zu Elektra, ein Rausch aus Drogen und Sex und wilden Experimenten: Nichts ist verboten, alles wird ausprobiert, zu zweit, zu dritt, die Leidenschaft scheint grenzenlos. Und doch sind mittlerweile zwei Jahre vergangen, seitdem die Französin den jungen Amerikaner nach einem Seitensprung samt Kind verlassen hat.

Als ihn ausgerechnet am Neujahrestag die Nachricht erreicht, Elektra könne sich etwas angetan haben, begibt sich Murphy auf die Suche nach ihr... auf eine Reise ans Ende der Nacht, in der sich Murphy den Dämonen der Vergangenheit stellt und sich in einem orgiastischen Tripverliert, der ihn an die Grenzen seiner Existenz führt...
 

 
KOMMENTARE ZU LOVE
ÜBER LÄNGEN UND VORTÄUSCHEN
[Johannes Jarchow] Es scheint, dass radikale Regisseure mit zunehmendem Alter dazu neigen, sich dem freundlichen Mainstreamkino anzunähern. Bruce LaBruce etwa verzichtete in seinen letzten Filmen PIERROT LUNAIRE (2014) und GERONTOPHILIA (2013) auf explizite Sex- und Gewaltdarstellungen. Gaspar Noé, der von Bruce LaBruce in der ARTE-Dokumentarfilmreihe DURCH DIE NACHT MIT ... zusammen mit Harmony Korine (nach KIDS (1995) ebenfalls deutlich gemäßigter geworden) in Szene gesetzt wurde, hat mit seinen beiden gnadenlos brachialen Spielfilmen MENSCHENFEIND (1998) und IRREVERSIBLE (2002) regelrechte Skandale ausgelöst. Während LaBruce für trashige Underground-Filme steht, ist Noé der Sprung ins gefeierte Autorenkino gelungen.

Genau wie alle vorangegangenen Spielfilme hatte
LOVE seine Premiere in Cannes, wurde aber nicht annähernd so leidenschaftlich gehasst und gelobhudelt wie seine Vorgänger - zurecht. Frei von Misanthropie und Provokation kämpft sich Noé (und der Zuschauer) über zwei Stunden lang durch das Auf und Ab einer ausschweifenden Beziehung. Es gibt viel Sex, viel Selbstmitleid und wenig originelle Dialoge. Das kann auch die eindrucksvolle Bildebene nicht vollends kompensieren.

Noés Stammkameramann Benoit Debie brilliert einmal mehr mit langen Einstellungen und sinfonisch-farbintensiver Hochglanzästhetik. Diesmal dürfte sein Job deutlich einfacher und planbarer gewesen sein, musste er doch bei seinem Debüt in
IRREVERSIBLE, Monica Belucci in einer verstörenden, 10 Minuten langen Vergewaltigungsszene ablichten - ungeschnitten, in nur einer Einstellung!

(...)

LOVE ist reichlich erektionsfixiert, Glusmans Schwanz der heimliche Hauptdarsteller. Karl Glusman überzeugt aber nicht nur durch sein Stehvermögen, auch in der Darstellung des liebeskranken Murphy ist er glaubhaft und präsent. Immerhin hat er eine Schauspielausbildung in New York absolviert. Umso mehr fällt leider das schauspielerische Gefälle zur bislang nur modelnden Filmpartnerin Aomi Muyock auf.

Anders als in
IRREVERSIBLE wird die nichtlineare Erzählweise nicht dazu genutzt, einer inhärenten Logik zu folgen. IRREVERSIBLE beginnt mit einem Gewaltexzess und endet versöhnlich mit einer Welt, die noch undschuldig und frei von der folgenden Zerstörung ist. LOVE hat kaum Eckpfeiler, Anfang und Ende, Verlieben und Entzweihen, Rausch und Verzweiflung werden ohne erkennbaren Sinn durcheinandergewürfelt, vermutlich um der recht spannungslosen Handlung Intensität zu verleihen. Was in der ersten Hälfte gut funktioniert, wird später zum Verhängnis, weil alles entworren ist und es danach nicht mehr viel gibt, was den Zuschauer bei Stange hält. Ähnliches gilt auch für den Soundtrack, der süffig-süß, teilweise unpointiert und ohne erkennbaren Handlungsbezug gleichgültig vor sich hinplätschert. Klassische Musik macht noch lange kein 2001 - ODYSEE IM WELTRAUM, einer der frühesten, prägenden Filme für Noé.

Vielleicht hätte sich Noé an
TWENTYNINE PALMS (2003) orientieren sollen. Da wird auch die ganze Zeit gefickt, dann gibt es einen unerwarteten Zwischenfall, einen verstörenden Mord und dann ist Schluss. Noch besser hat es THE BROWN BUNNY (2003) gelöst. Da ist die Erektion von Hauptdarsteller, Drehbuchautor und Regisseur Vincent Gallo und der orale Einsatz von Chloé Sevigny (HIT & MISS) der Höhepunkt und nicht monomanisches Thema. Warum mehr vortäuschen?


Queerfaktor: 4 | Bunnyfaktor: 10 
 


  
Love | Film 2015 -- POSTER
 
DIRECTOR'S STATEMENT
Der Ausgangspunkt für mich war, intensive Leidenschaft auf natürliche Weise zu zeigen - animalisch, verspielt, lustvoll, traurig. Anders als bei meinen anderen Filmen sollte es hier um nichts anderes gehen als sentimentale Gewalt und die Ekstase der Liebe.
[Gaspar Noé]
 
 
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Concussion | Film 2013 -- lesbisch, Coming Out, Homophobie, Bisexualität, Homosexualität, Prostitution
CONCUSSION (2013)

Der Dritt3 | Film 2014 -- schwul
DER DRITT3 (2014)

 
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LOVE -- FULL HD TRAILER (DEUTSCH)

LOVE -- FILMBILDER 

Love -- STILL 01 

Love -- STILL 02 

© Alamode Filmverleih/ Wild Bunch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

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