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Julia | Film 2013 -- DramaQueen Bester Trans*Film 2015 -- Filmpreis -- transgender, Transsexualität, Transphobie, trans* 

Julia (2013)  
  ☆☆
Thematik: trans*, Transphobie, schwul, Prostitution
Dokumentation
(Deutschland/Litauen)
Laufzeit: 01 Stunde 29 Minuten
Premiere: 31. August 2013 (Venice Days, Italien)
Kinostart: 08. Januar 2015

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CAST VON JULIA

Julia Krivickas
Włodzimiercz Lerch
Renatė Lūšis
Ričardas Orzichovskis
Regina Taurinskienė
Sandra Fregin
Sophya Zora Zoë Becker

Regie: J.Jackie Baier



HANDLUNG VON JULIA
Eine Geschichte von Leidenschaft und Aufruhr, von Selbstentdeckung und Wut auf die ganze Welt.

Was genau treibt einen Jungen von der Kunstschule dazu, sein Zuhause in Klaipeda/Litauen zu verlassen, um als Mädchen in den Straßen von Berlin, in stickigen Hinterzimmern und auf verklebten Sesseln eines Sexkinos den eigenen Körper zu verkaufen? Über mehr als zehn Jahre begleitet Photographin und Filmemacherin J.Jackie Baier die heute 30jährige Transsexuelle Julia K. durch ihr Leben als Straßenhure, Outlaw und Nonkonformistin, die ohne gesellschaftliche Übereinkünfte lebt.

„Ich kann nicht sagen, daß ich eine Frau bin, aber ich bin auch kein Mann. Ich bin etwas… -- ein Geschöpf Gottes, aber ein krummes Geschöpf Gottes. Der Gott hat nicht aufgepaßt bei meiner Geburt.“ sagt Julia von sich. Andere Autoritäten als diesen Gott, der sich geirrt hat, akzeptiert sie nicht. Sie ist eine, die den „Contrat social“ nie unterschrieben hat.

Sie spricht ein archaisches Deutsch, das hierzulande seit dem frühen 19. Jahrhundert nicht mehr gebräuchlich ist. Sie aquarelliert, zur Entspannung, wie sie sagt. Sie hat ein Einser-Abitur und einen Diplomabschluß an der Kunstschule von Klaipeda. Und in Berlin ist sie eine transsexuelle Straßenhure, die bisweilen den Weg nach Hause nicht findet.

 

ARTIKEL ZU JULIA
Die 20 besten schwul-lesbisch-trans*genialen Filme 2015



FILMTIPPS
Somthing Must Break
SOMETHING MUST BREAK (2014)


KOMMENTARE ZU JULIA
[HaL] Die intelligente, aufgeschlossene Trans*Frau Julia wird in dieser mehrjährigen Dokumentation portraitiert. In einer Reise durch die Gegenwart und Vergangenheit ist die Kamera nah dabei, wenn diese vielfältige Persönlichkeit die vielen Höhen und Tiefen und emotionalen Zustände durchlebt. Julia selbst und ihre Freunde erzählen einnehmend von ihrem Überlebenskampf in Berlin - mit Alkohol, bezahltem Sex und Drogen, in ihrer WG, in der sie bei einem gutmütigen und eigensinnigen Freund leben darf. Julia besucht das erste Mal ihre Heimat Litauen wieder – zwischen Vorfreude und Angst – und wird mit Transphobie und der wenigen Anerkennung konfrontiert, aus der sie mit jungen Jahren als Junge„Slavo“ ausbrach.

Mit ihrer liebenswerten und direkten, ehrlichen und sarkastischen Art geht
JULIA ins Herz – auch weil man zuschaut wie Heroin und Alkohol diese wunderbare Person kaputt machen.

★★★★★★★★☆☆
Queerfaktor: 8 | Bunnyfaktor: 7



A film that should be on everyone's list of must-watch, to open the dialogue on what it's really like to live life as "the Other".
[E. Nina Rothe, The Huffington Post]

 

 
 Julia -- POSTER

QUEERmdbINFO
JULIA wurde mit der DramaQueen für den besten Transgender-Film des Jahres ausgezeichnet. Bei der Wahl zum DramaQueen User-Award 2015 landete die Dokumentation auf Platz 17 und erhielt eine durchschnittliche Bewertung von 7 Punkten von maximal möglichen 10. Die Auszeichnung ging an den TV-Film JONGENS, der zum ersten Mal in den Niederlanden das Thema einer schwulen Teenagerliebe behandelt.

Die DramaQueen ist der Medienpreis der QUEERmdb für die besten schwul-lesbisch-trans*genialen Filme und Serien und wurde 2015 zum zweiten Mal vergeben.


DIRECTOR'S STATEMENT


J.Jackie Baier

Es besteht offensichtlich ein starkes Bedürfnis, „hinter den Vorhang“ zu schauen und einen Blick zu erheischen in die ‚fremde und geheimnisvolle Welt‘ der Transsexuellen. Idiosynkrasie und Idealisierung, Verständnislosigkeit und Mitleid halten sich dabei die Waage.

Was aber den Diskurs über Transsexualität in den vergangenen Jahrzehnten eint, ist die Tatsache, daß Transsexuelle in ihm keine Stimme haben. Der Film JULIA hingegen wirft einen Blick von innen auf diese „Welt hinter dem Spiegel“. Und er tut dies wie er alles tut – mit dem seiner Protagonistin Julia eigenen Charme und einer gewissen Beiläufigkeit.

Es war vom ersten Moment an klar, daß ich sie photographieren mußte. Umgekehrt war auch vom ersten Augenblick an klar, daß sie sich gern photographieren ließ. Es bestätigte sie – anfangs darin, schön zu sein – für die Ewigkeit! Später darin, daß sie noch da war. Die Photos waren ihr Beweis, daß sie noch lebte. Heute scheinen die Photos für sie bisweilen Anlaß oder Vorwand, daß jemand vorbeikommt und nach ihr sieht.

Julia erinnert mich an ein Idol meiner Jugend, als es den Begriff Transsexualität noch gar nicht gab. Julia hat etwas von Jackie Curtis, jener transsexuellen Dramatikerin aus dem New York der 1960er/1970er Jahre, die als Andy Warhol–Superstar (FLESH (1968), WOMEN IN REVOLT (1971) omen in Revolt) bekannt wurde. Von Jackie Curtis stammt folgende Bemerkung an einen Flugblattverteiler, der sie mittags vor dem legendären Max‘s Kansas City als Tunte beschimpfte: „I’m doing more for the revolution by just walking down the street than you do with all your leaflets and pamphlets and crap…!“

Bei alledem geht es notabene um die bescheidene Utopie, daß man Menschen in dem Geschlecht leben lassen möge, das sie selbst als ihrer Seele angemessen empfinden. Bereits dieses Ansinnen jedoch scheint an den Grundkonsens aller derzeit herrschenden Gesellschaftsordnungen zu rühren.


J.Jackie Baier, geboren 1955 in Kiel, arbeitete in den 80ern in der Indiefilm-Szene von West-Berlin an Dokumentationen und Kurzfilmen. Seit 1997 ist sie juristisch eine Frau. Ihre bekanntesten Werke sind HOUSE OF SHAME: CHANTAL ALL NIGHT LONG (2011) und CONVINCING AUTHENTICITY, das 2014 in der Kurzfilmkollektion FUCKING DIFFERENT XXY veröffentlicht wurde, bei der sieben internationale Regisseure transsexuellen Sex des anderen Geschlechts verfilmten.
 
LINKS

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JULIA -- Full-HD-TRAILER (Deutsch)

 

JULIA -- FILMBILDER 

Julia -- STILL 1 

Julia -- STILL 2 

© J.Jackie Baier/ GMfilms

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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