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Der Spalt -- HEAD 

Der Spalt (2014)  
  ☆☆☆☆
Thematik: Transgender, Transphobie
Drama
(Deutschland)
Laufzeit: 01 Stunde 37 Minuten
Premiere: Juni 2014 (Stuttgarter Filmnacht)

CAST
Marie Fischer (Alex)
Barbara Kühnel (Lesbe)
Robin La Baume (Lesbe)
Bernd Michael Straub (Frau Müller)
Vava Vilde (Vava Vilde)
Folkert Dücker (Christian)
Dorothea Baltzer (Mutter)
Werner Braunschädel (Prof. Bernhard)
Trischa Dorner (Das Gesicht)

Regie/Drehbuch: Kim Schicklang


SYNOPSIS
Alex ist einem Geschlecht zugeordnet worden. Sie weiß, dass diese Zuordnung falsch war. In der Welt, in der sie lebt, gibt es so etwas nicht. Körper sind normiert, Menschen quadriert, die Gesellschaft hypnotisiert. Die Leute glauben ihren Augen nicht. Und Alex beginnt eine Revolution.
 


KOMMENTARE
Der Film erinnert an ein Marx-Zitat, das den Haupteingang der Humboldt Universität ziert: Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern. Und damit ist auch die Hauptproblematik von DER SPALT umschrieben, der seinen Zuschauer mit Zitaten und Wortspielereien erschlägt - ohne Rücksicht auf Verluste. Die Botschaften verlieren sich im gewaltigen Wortschwall, dem man schon bald nicht mehr zuhören mag.

Dabei beginnt es verheißungsvoll, mit einem wuchtigen Zitat von Herbert Marcuse. Es folgt ein nicht minder bedeutsamer Satz, vorgetragen von der sympathischen Protagonistin, der die Kernthematik treffend umreißt:
Stell dir vor, die Menschen behaupten, dass du nicht existierst. Glaubst du dann den Menschen oder dir selbst? Und dann, wham!, setzt der beste Soundtrack, den ich seit
DRIVE (2011) gehört habe, ein und eindringlich wummernde Synthie-Herztöne geben den Takt zum umwerfenden, rot-blau-gelb-hinterlegten New-Wave-Intro. Jetzt kann doch eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Doch es geht schief. Nicht sofort. Aber nach und nach scheitert der Film an der aufgebauten Erwartungshaltung. Das anfangs noch als "erfrischend anders" wahrgenommene theatrale Schauspiel aller Beteiligten (die Szenerie erinnert an
DER KLEINE PRINZ) und die immerfort reingeworfenen High-End-Philosophie-Referenzen machen den Diskurs zunehmends zu einer zähen Lehrveranstaltung. Ganz offensichtlich besteht der Cast aus Theater-Profis. Aber das Medium Film gelingt halt nicht als Theaterinszenierung. Was man auf der Bühne überhöhen muss, damit es auch in der letzten Reihe ankommt, wirkt im Film befremdlich und unauthentisch.

Der Mensch lässt sich ungern belehren, Frontalunterricht funktioniert auch nur wegen Schulpflicht und Mangel an Alternativen. Dabei wär eine "Schulpflicht" für die philosophischen Thesen des Films wünschenswert. Aber in dieser Form ist sie eben wirkungslos. Da nützen auch die zeitgemäßen Arthaus-Farbspiele und der geniale Soundtrack nichts. Absender und Empfänger sind identisch,
DER SPALT ist von einer und für eine intellektuelle Elite gemacht, welche weitestgehend zustimmend nicken und sich gut dabei fühlen wird, dass der Vortrag so reichhaltig ist, aber was ist damit gewonnen?
[Johannes Jarchow]

Queerfaktor: 10
| Bunnyfaktor: 3
 
 


  
 Der Spalt -- POSTER
 
 

QUEERmdbINFO: DIRECTOR'S STATEMENT
Ich glaube nicht daran, dass es männliche und weibliche Rollen gibt, sondern nur Abhängigkeiten, die sich daraus ergeben, dass Menschen bestimmte Erwartungen an andere Menschen haben, die nicht unbedingt immer mit dem Mensch an sich zu tun haben. Klar gibt es stereotype Geschlechtsvorstellungen und so etwas, was dann manche “Geschlechtsrolle” nennen. Ich würde die Grenzziehung da aber nicht als etwas Geschlechtliches ansehen, sondern nur, ob ein Mensch ehrlich zu sich selbst ist, oder nicht. Dass Menschen, die geschlechtlich von vorne herein nicht zu einer Normvorstellung passen, sich dann doch geschlechtlich emanzipieren müssen, führt dann aber trotzdem dazu sich mit seinem eigenen Geschlecht auseinander zu setzen.

Deswegen habe ich auch mit der ein oder anderen Vorstellung über Transsexualität, die auf Äußerlichkeiten basiert so meine Probleme. Das meiste, was darüber verbreitet wird, hat – so denke ich – nur den Sinn für die Menschen, die noch glauben, dass sie irgendwelche Rollen erfüllen müssten.

Akzeptanz geschlechtlicher Vielfalt fängt an, wenn Menschen sich eingestehen können, dass Geschlecht etwas ist, das sie selbst im Kopf haben und wenn sie es schaffen, das, was jemand anders im Kopf hat, anzuerkennen. Transsexualität hat eine ganze Menge mit Akzeptanz zu tun. Es gibt leider Menschen, die dazu nicht in der Lage sind… es sind diejenigen, die glauben, dass ihre Vorstellung von Geschlecht allgemeingültig ist und man Geschlecht objektivieren könne. Ich würde sogar behaupten, dass es Menschen sind, die auch unabhängig von Geschlecht nicht in der Lage sind, ihre eigene Vorstellung über die Realität von der Realität zu unterscheiden. Da gibt es eine ganze Menge Menschen, denen es so geht.
[Kim Schicklang]


KINOTERMINE
30. Mai 2015: Kiel | Transgender Film Festival
31. Mai 2015: Mannheim | Cinema Quadrat
25. Juni 2015: Berlin | Ladenkino
25. Juni 2015: Barcelona | Zumzeig Cine
14. Juli 2015: Leipzig | naTo
15. Juli 2015: Kassel | Kleines Bali
21. Juli 2015: Stuttgart | EM2
 
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FILMBILDER 

Der Spalt -- STILL 1 

Der Spalt -- STILL 2

Der Spalt -- STILL 3

Der Spalt -- STILL 4

Der Spalt -- STILL 5

Der Spalt -- STILL 6

Der Spalt -- STILL 7

© Schöne Neue Medien/ Kim Schicklang

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

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